Biografie (Deutsch)

Der in Stadskanaal geborene CornelisDopper zeigte von Jugend an eine musikalische Begabung. Auf Empfehlung von dem Schullehrer K. Jager nahm er am Klavierunterricht von J.B. Kolkman teil. Als 18-jähriger wurde er an dem Konservatorium von Leipzig zugelassen. Er verbringt dort etwa anderthalb Jahre und besuchte unter anderem den Unterricht von Carl Reinecke. Nach seinem Studium ließ er sich für kurze Zeit in Hoogezand und der Stadt Groningen nieder. Hier schrieb er im Jahre 1894 seine erste Oper. Drei Jahre nach der Premiere von seiner ersten OperDe blinde van Castel Cuille trat er in den Dienst von der Niederländischen Oper von Amsterdam, wo er als  Geiger, Repetitor und Dirigent tätig war. Im Jahr 1895 stellte er seine zweite Oper Frithjof vor. Seine dritte Oper William Ratcliff vollendete er im Jahr 1901. Am 19. September 1909 erlebte diese Oper unter der Leitung von dem Dirigenten Peter Raabe im Hoftheater von Weimar seine Weltpremiere.

In den Jahren 1904 und 1905, nach dem Konkurs von der Niederländischen Oper, arbeitete er freiberuflich als Journalist und Musikrezensent für De Echo und Het Leven. Von 1906 bis 1908 war er bei der Savage Opera Company verpflichtet, eine Wandertruppe, mit der er auf Tournee durch die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ging. Mit dieser Truppe führte er die Oper Madama Butterfly von Puccini ein.

Im Jahr 1908 wurde Dopper zum zweiten Dirigent von dem Concertgebouw Orchester unter Willem Mengelberg ernannt. Er blieb in diesem Amt tätig bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1931. Wegen seiner großen Verdienste steht Doppers Name von diesem Tag an, an der Balustrade des Balkon im Konzerthaus zwischen den Größen seiner Zeit. Am 8. November 1918, als in Berlin zur Zeit der Deutschen Revolution die Kugeln durch die Straßen flogen, führte Richard Strauss Doppers Sechste Symphonie, die Amsterdam Symphonie auf.

Cornelis Dopper hat mehr als hundert Kompositionen unter seinem Namen veröffentlicht, nur einige davon sind als Druckausgaben erschienen. Wegen seiner Liebe zum niederländischen Volkslied, der niederländischen Kultur und der niederländischen Landschaft ist er als der holländischste unter den Holländischen Komponisten bekannt.

Sogar die Titel seiner Symphonien verweisen danach: ‚Rembrandt’ Symphonie,‚Amsterdam’ Symphonie, ‚Zuiderzee’ Symphonie. Außer sieben Symphonien schrieb Dopper viele andere Orchesterwerke. Am meisten berühmt geworden ist die Ciaconna gotica. Dieses Werk ist in allen großen Konzertsälen der Welt unter berühmten Dirigenten aufgeführt worden. Einige Jahre vor seinem Tod komponierte er einRequiem welches nur wenigen bekannt war. Im Januar 2008 sind die Orchesterpartien in Den Haag wieder gefunden.

Neben Kompositionen für Orchester und vier Opern schrieb Dopper auch Kammermusik, darunter ein Streichquartett, eine Sonate für Violine und Klavier und einSextett für Bläser und Klavier. Doppers Interesse für die musikalische Bildung der Jugend war der Anlass zum Schreiben von einer großen Anzahl von Kompositionen für einen Kinderchor, sowie De wilgen, De zeven boeven, Tom en Tim, Werke, die in seiner Zeit rasend beliebt waren. Unter Leitung von Dopper wurden in 1923 die Jugendkonzerte eingeführt.

Dopper war durch und durch Niederländer, in Melodie und Tonart. In Ernst und Humor ein typischer Holländer. Auf dem Gebiet der Musik verkehrte er mit den größten der Erde. Er war ein begabter Musiker obwohl es auch Kritik gab. Doppers Werke wurde als steif bezeichnet, sie sei brüske Bauernklumpenmusik, die nach Rosenkohl riecht. Das taten die Kritiker, die an hübsch angelegte Gärten dachten und die die Polderlandschaft langweilig fanden. Willem Pijper hingegen sagte, wenn das Schicksal Dopper nicht nach Amsterdam verschlagen hätte, sondern er irgendwo nach Deutschland oder Österreich gegangen währe, er sich bestimmt voll entwickelt hätte zu einer internationalen Figur.

Eines der größten Probleme für die Aufführung seiner Werke bilden die manchmal schwierig zu entziffernden und unkorrigierten Partituren. Die Cornelis Dopper Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht um sein Werk spielbar zu machen, sodass es für möglichst viele ausführende Künstler zugänglich wird.